Die wiedererstandene Barockorgel

in der Pfarrkirche St. Jakobus in Pflochsbach

 

Lohrer Echo


“Soli deo gloria“, lautet der Name der neuen Pflochsbacher Orgel

Lohr-Pflochsbach
. Selbst Verbraucherminister Eberhard Sinner hat es sich nicht nehmen lassen zum Festgottesdienst und zur Weihe der Conrad Wehr Orgel zu kommen. Die Orgelweihe wurde vom ehemaligen Ortspfarrer Dr. Wilhelm Mahlmeister in Vertretung des erkrankten Weihbischofes Helmut Bauer vorgenommen. Regionalkantor Bernhard W. Seelbach ließ zum erstenmal die alte Orgel nach ihrer Weihe erklingen. Unterstützt wurde Seelbach vom Kammerchor Capella vocale Josephiensis, Würzburg. Für die Pfarrgemeinde St. Jakobus war die Orgelweihe richtiger Festgenuss am Patrozinium ihres Kirchenpatrons.

Dr. Mahlmeister nannte die neue Orgel die Königin aller Instrumente. Er war ergriffen vom wunderschönen Klang  der alten Barockorgel und bezeichnete die Orgel als einen Schatz den es zu bewahren und zu pflegen gilt. Der Klang der Orgel soll erinnern an alle Fügungen des Menschen. Die schweren und frohen Stunden eines Lebens sollen mit dem Klang der Orgel zum Lobe Gottes sich erheben. Mahlmeister dankte der bisherigen Organistin Eugenie Kirmair, die mit 82 Jahren noch treu die Orgel spielt. Er wünsche der Pfarrgemeinde viele junge Menschen, die das Orgelspielen erlernen möchten.

Der bayrische Verbraucherminister Eberhard Sinner ging in seiner Festansprache auf die Symbolkraft der Orgel ein. So sei die Orgel ein Zeichen für eine lebendige Gemeinde. Allen Kritikern hielt er entgegen, dass die Orgel in einzigartiger Weise die Frohe Botschaft verkündet. Er lobte die Pflochsbacher für ihren Zusammenhalt, der einzigartig ist und zur Nachahmung anspornt. Bürgermeister Siegfried Selinger nannte die neue Orgel eine optimale Lösung, die ohne das Zutun der Stadt Lohr entstanden sei. Das die Orgel von dem Marktheidenfelder Orgelbauer Conrad Wehr geschaffen wurde und in Pflochsbach erklingt ist bewundernswert. Architekt Alfons Ruf nannte die Rückkehr und das Auffinden der alten Barockorgel ein Wunder. Er freue sich auch deshalb, weil er wisse, dass diese Orgel beim Trauungsgottesdienst seiner Urgroßeltern und Großeltern gespielt wurde. Er gab noch einen geschichtlichen Rückblick der Pfarrkirche. Sein Resüme lautete: „Wir dürfen zufrieden sein und uns freuen.“ Pfarrer Albrecht Kleinhenz dankte allen Beteiligten in der Kirchenverwaltung und des Pfarrgemeinderats. Besonders hob er die Verdienste um die Wiederbeschaffung durch Hugo Friedel und Bruno Christ hervor.

Anlässlich der Orgelweihe gab Kirchenpfleger Hugo Friedel eine Festschrift heraus. Diese ist in der Pfarrkirche für 2 € zu erhalten. Die Festschrift beschreibt die Orgel im Detail. Der Orgelbauer Martin Kalle von der Orgelbaufirma Weiß aus Zellingen gab nach dem Gottesdienst eine fachkundige Erklärung zur neuen Orgel.

Gebhard Bauer



Pfarrgemeinderat:

Vorsitzende:
Elisabeth Frankenberger

 

Grußwort des Pfarrers Albrecht Kleinhenz

Nachdem unsere „alte Barockorgel“ nach etlichen Jahren wiedergefunden wurde, hat die Kirchenverwaltung und der Pfarrgemeinderat St. Jakobus Pflochsbach beschlossen, dieses ehemalige herrliche Instrument wieder zurückzukaufen, renovieren zu lassen und zum Lobe Gottes erklingen zu lassen.

Die Orgel mit ihrem barocken Prospekt, gibt unserem Gotteshaus auf der Empore einen eigenen Akzent und erinnert uns an die Barockausstattung unserer Pfarrkirche und setzt so einen Kontrastpunkt zu unserem neugestalteten Altarraum.Vom Altar und Ambo aus vernimmt und erfährt die Gemeinde das Wort Gottes und die Liebe des Herrn Jesus Christus im Sakrament.

Die Musik der Orgel lässt die hörende, feiernde und singende Gemeinde das Wort und das sakramentale Geschehen noch tiefer erleben und im Herzen erfassen. Die Orgel steht somit im Dienst der Verkündigung. Das Lob Gottes findet durch ihren Klang tieferen Ausdruck als es uns vielfach in Worten möglich ist.

Der Kirchenvater Augustinus sagt:“ Eines Liebenden Herz geht über und singt.“

Möge sich so unsere Pfarrgemeinde St. Jakobus Pflochsbach an den Klängen unserer Orgel erfreuen und sich aufbauen lassen, wie es schon unsere Vorfahren seit dem Jahre 1759 getan haben. Mögen sich auch immer wieder junge Menschen von der Faszination der Orgel ansprechen lassen und dieses herrliche Barockinstrument zum Lobe Gottes und zur Freude der zahlreichen Zuhörer spielen

„Alles, was Odem hat, lobe den Herrn.“

Ihr Pfarrer Albrecht Kleinhenz

 

Orgelweihe in Pflochsbach- Grußwort


Die Orgel ist seit langer Zeit das liturgische Instrument, um den Gesang des Gottesvolkes im Gottesdienst zu begleiten und das Lob Gottes erklingen zu lassen. Insbesondere die Eucharistie ruft ja in wichtigen Teilen nach der musikalischen Gestaltung: zum Beispiel das Gloria, das Sanktus, das Agnus Dei. Daher stellt die Kirche durch die Weihe die Orgel in einer eigenen Zeremonie für ihren heiligen Dienst bereit.
 

So ist die Orgelweihe ein bedeutsames Ereignis für die Pfarrei Pflochsbach. Es ist ein geistliches Ereignis. Die Gemeinde wird dadurch auf eine wichtige Aufgabe aufmerksam gemacht: Gott zu loben ist unser Amt.
 

Die Orgel ist aber auch Symbol für die ganze Gemeinde: In ihrer Vielfalt von Registern, Pfeifen und Klängen zeigt sie auf, dass eine lebendige Gemeinde selber eine Vielfalt von Gaben und Charismen besitzt. Die gottesdienstliche Gemeinde soll alle Gläubigen im Gotteshaus in ihrer Vielfalt zusammen bringen und zu dem einen singenden und betenden Volk Gottes machen.
 

Eine Orgel verweist in ihren vielen Klangfarben auch darauf hin, dass wir die ganze Schöpfung mit der Fülle ihrer Stimmen in das Gotteslob einbringen dürfen. Der Organist kann zudem mit seinem Orgelspiel auch die tragende Grundstimmung des Volkes Gottes zum Ausdruck bringen: Freud und Leid, Lobpreis und Trauer.

Möge die Gemeinde Pflochsbach selber mit ihrem Leben eine gute Melodie vor Gott sein.


Helmut Bauer

Weihbischof